Viel erreicht, viel zu tun.

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Kita-Volksinitiative,

wir möchten die Gelegenheit nutzen, Euch kurz vor den Sommerferien noch einmal recht herzlich zu danken für Euer stetiges Engagement.

In jüngster Zeit sind wir besonders dankbar, dass viele von Euch sich an unseren Aktionen „Teilnahme und Präsenz bei Landtagssitzungen“ und „Brief an den Ministerpräsidenten“ beteiligt haben. All das hat nachhaltig Eindruck hinterlassen und mit dazu beigetragen, dass wir nun einen ersten Erfolg vermelden können: Wir haben als Reaktion auf unsere Aktionen ein Schreiben des Ministerpräsidenten erhalten, in dem er deutlich macht, dass die Landesregierung plant, aus den frei werdenden Landesmitteln des BaföG, die künftig vom Bund bezahlt werden, niedersachsenweit die dritte Kraft in Krippen zu finanzieren. Das ist unser gemeinsamer Erfolg und darauf können wir stolz sein.

Dem vorangegangen waren jedoch schon im letzten Jahr das Durchhaltevermögen und der Fleiß beim Sammeln von Unterschriften, die zum Erfolg der Volksinitiative geführt haben. Auch dafür möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich bedanken – besonders vor dem Hintergrund, dass bei 70.000 benötigten Unterschriften weit über 100.000 gültige Unterschriften bis zum 7. September 2013 eingegangen sind. Auch das ist unser gemeinsamer Erfolg.

Die Steuerungsgruppe ist nach dem Erfolg der Volksinitiative in einen intensiven Dialog mit der Landespolitik getreten. Wir wurden im Kultusausschuss des Landtages angehört, hatten Gespräche mit Abgeordneten abseits der Landtagssitzungen und haben durch Kampagnen und Pressearbeit das Thema in der Öffentlichkeit gehalten, um weiter Druck auszuüben. Die Kampagnenfähigkeit ist für unser Anliegen von zentraler Bedeutung gewesen und sie bleibt nach wie vor sehr wichtig.

Viel erreicht, viel zu tun. Wir sind froh darüber, dass sich endlich etwas in unserem Sinne verbessern wird, aber bis zu einer Umsetzung aller unserer Forderungen ist es noch ein weiter Weg – das ist uns bewusst. Wir möchten Euch darum herzlich einladen, auch nach der Sommerpause an unserer Seite für weitere Verbesserungen in den niedersächsischen Kindertagesstätten zu streiten. Wir werden auch in Zukunft Kampagnen und Veranstaltungen durchführen und freuen uns sehr, wenn Ihr wieder dabei seid.

Wir wünschen Euch allen einen schönen Sommer und verbleiben mit herzlichen Grüßen,

Eure Steuerungsgruppe der Kita-Volksinitiative

PRESSEMITTEILUNG – Kita-Volksinitiative: „Bundesministerin Wanka sollte dritte Kraft in Niedersachsen begrüßen!“

Landtag

Den jüngsten Berichten zufolge kritisiert die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka (CDU), den niedersächsischen Weg, die frei werdenden Mittel aus dem BaföG in die dritte Kraft für Krippen zu investieren. Die Kita-Volksinitiative hat dafür kein Verständnis.

„Frau Wanka war selbst einst Landesministerin in Niedersachsen und sollte eigentlich wissen, wie es hier vor Ort um den frühkindlichen Bereich steht. Nach dem quantitativen Ausbau muss nun dringend in die Qualität investiert werden“, betont Werner Massow von der Kirchengewerkschaft Niedersachsen, Initiator der Kita-Volksinitiative, „in Niedersachsen haben sowohl Regierungs-, wie auch Oppositionsfraktionen erklärt, dass ihnen die Umsetzung der dritten Kraft wichtig ist und jetzt kommt die Bundesbildungsministerin und versucht, diesen wichtigen Schritt zu verhindern. Das werden wir so nicht hinnehmen.“

„Wir unterstützen nach wie vor ausdrücklich den Weg der niedersächsischen Landesregierung, die frei werdenden BaföG-Mittel in die dritte Krippenkraft zu investieren. Das hat aus unserer Sicht auch nichts mit Zweckentfremdung zu tun – im Gegenteil: Bildung fängt nicht erst in der Schule oder Hochschule an, sondern sehr viel früher. Von guten Voraussetzungen in den Krippen und Kitas profitieren später letztlich auch die Schulen und Hochschulen“, ergänzt Kita-Leiter Thomas Müller, ebenfalls Initiator der Kita-Volksinitiative, „diese Realität sollte auch Frau Wanka zur Kenntnis nehmen und dementsprechend ihre Position überdenken.“

Massow und Müller sind sich einig: „Die Umsetzung der dritten Kraft mit dem von SPD und Grünen vorgeschlagenen Schlüssel 1 zu 5 in den Krippen ist ein großer und wichtiger Schritt für Niedersachsen. Wir erwarten, dass nicht nur SPD und Grüne als Regierungsfraktionen, sondern auch die CDU als stärkste Oppositionsfraktion ihrer früheren Ministerin deutlich macht, dass sie mit ihrer Position der frühkindlichen Bildung in Niedersachsen schadet. Wir fordern Frau Wanka auf, den niedersächsischen Weg zu unterstützen.“

 

PRESSEMITTEILUNG: Kita-Volksinitiative fordert ganzheitlichen Bildungsbegriff

NDS Landtag

Die Zusage der niedersächsischen Landesregierung, die frei werdenden Mittel aus dem BaföG in die Qualität der frühkindlichen Bildung zu investieren, wird aktuell von einigen niedersächsischen Hochschulen beklagt. Der Ministerpräsident hatte den Vertreterinnen und Vertretern der Kita-Volksinitiative zuvor schriftlich zugesagt, dass die Mittel in den dringend zu verbessernden Personalschlüssel in Krippen verwendet werden sollen.

„Wir haben keinerlei Verständnis für diese unsolidarische Haltung der Hochschulen“, erklärt Thomas Müller, Kita-Leiter aus Hannover und Initiator der Kita-Volksinitiative, „Bildung muss ganzheitlich gedacht werden und sie fängt im frühkindlichen Bereich an – das sollten auch die Hochschulpräsidenten wissen. Krippen und Kitas sind die Basis für alles, was später im Bildungssystem auf die Kinder zukommt. Darum freuen wir uns über die schriftliche Zusage des Ministerpräsidenten, die frei werdenden Mittel in die dritte Kraft für Krippen zu investieren.“ Die Hochschulen hatten in diesem Jahr bereits die Zusage bekommen, dass von den 6 Milliarden Euro Investitionen in Bildung durch den Bund allein 5 Milliarden für Schulen und Hochschulen zu Verfügung ständen. Zudem bekommen die Hochschulen bereits ihre Mittel aus früheren Studiengebühren zu 100 % vom Land Niedersachsen erstattet. „Gerade vor diesem Hintergrund finde ich die Beschwerde der Hochschulen fragwürdig“, so Müller weiter.

Die Kita-Volksinitiative hatte im September 2013 weit über 100.000 gültige Unterschriften (70.000 waren benötigt) bei der Landeswahlleiterin eingereicht und war fortan in den Dialog mit der Landespolitik gegangen. „Wir benötigen diese Verbesserung im Personalschlüssel dringend“, beschreibt Thomas Müller das Ergebnis der Volksinitiative, „und wir sind froh, dass diese Botschaft in der Landespolitik angekommen ist und nun eine konkrete Maßnahme ansteht. Den Hochschulen empfehle ich, mal einen Blick über den Tellerrand zu wagen und zu schauen, wie es in der frühkindlichen Bildung aussieht. Wir erwarten die Umsetzung der Ankündigung des Ministerpräsidenten.“