PRESSEMITTEILUNG Kita-Volksinitiative bleibt aktiv – die Erwartungen an das neue Kita-Gesetz sind groß

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Die Aussage in der Initiative „Gesamtstaatliche Bildungsstrategie“ von Ministerpräsident Stephan Weil im vergangenen Jahr hat deutlich gemacht, dass die frühkindliche Bildung für die niedersächsische Landesregierung einen besonderen Stellenwert besitzt. „Dieses begrüßen wir sehr. Es ist zu hoffen, dass der angekündigte Entwurf des neuen Kitagesetzes mit erheblich besseren pädagogischen Standards in allen Bereichen der frühkindlichen Bildung aufwartet“, so Sabina Graß-Cremerius, Mitinitiatorin der Kita Volksinitiative.

Im vorletzten Jahr sammelte die Kita-Volksinitiative erfolgreich über 100.000 Unterschriften und brachte sie im Landtag ein. Der Einstieg in die Drittkraftregelung für Krippengruppen ist bereits da. Der Anfang ist gemacht, wir dürfen uns mit dem Erreichten aber nicht zufrieden geben. Die neuen Regelungen bleiben weit hinter unseren Forderungen zurück. Eine Reduzierung der Gruppengrößen insbesondere in Kindergartengruppen ist mehr als überfällig. Die meisten Kinder besuchen den Kindergarten heute nicht nur sehr viel früher, sondern auch mit einer wesentlich längeren täglichen Betreuungszeit als noch vor 10 Jahren.

„Wir warten nun gespannt und erwartungsvoll auf den zeitnah angekündigten Referentenentwurf für das neue Niedersächsische Kitagesetz und werden diesen kritisch begleiten“, erklärt Oliver Stockmann, Vertreter der Eltern bei der Kita Volksinitiative

Kita-Volksinitiative bleibt aktiv – die Erwartungen an das neue Kita-Gesetz sind groß

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Kita-Volksinitiative,

die Kita-Volksinitiative wurde im letzten Jahr durch Euren engagierten Einsatz und den weit über 100.000 gesammelten Unterschriften erfolgreich in den Nds. Landtag eingebracht. Die Drittkraftregelung für Krippengruppen ist da. An einer befriedigenden Umsetzung fehlt es jedoch vielerorts, wie z.B. folgender Artikel aus dem Göttinger Tageblatt zeigt: http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Goettingen/Uebersicht/Mangel-von-Fachkraeften-in-Goettingens-Krippen

Ministerpräsident Stephan Weil hat im vergangenen Jahr durch die Initiative „Gesamtstaatliche Bildungsstrategie“ auf Bundesebene deutlich gemacht, dass die frühkindliche Bildung für die niedersächsische Landesregierung einen besonderen Stellenwert besitzt. Es ist zu hoffen, dass der angekündigte Entwurf des neuen Kitagesetzes mit erheblich besseren pädagogischen Standards in allen Bereichen der Kindertagesbetreuung aufwartet.

Als Kita-Volksinitiative freuen wir uns darüber, dass unsere Bemühungen im Bereich der Krippen einen Einstieg in die dringend erforderlichen Verbesserungen bewirken konnten. Die neuen Gesetzesregelungen bleiben jedoch weit hinter den ursprünglichen Forderungen der Kita-Volksinitiative zurück. Eine Reduzierung der Gruppengrößen ist insbesondere in den Kindergartengruppen mehr als überfällig. Die meisten Kinder besuchen den Kindergarten heute nicht nur sehr viel früher, sondern auch mit einer wesentlich längeren täglichen Betreuungszeit als noch vor 10 Jahren.

Kindertagesstätten sind für viele Kinder zur zweiten Heimat  geworden, eine Tatsache, der die Rahmenbedingungen Rechnung tragen müssen. Die im Kindergarten bis zu 10 Stunden dauernde, ganztägige Betreuung mit 25 Kindern und nur zwei Fachkräften stellt eine große Belastung für Kinder und Fachkräfte dar. Ein modernes Kindertagesstättengesetz muss die veränderten Lebens- und Betreuungssituationen von Kindern und deren Familien berücksichtigen.

Die Kita-Volksinitiative bereitet sich schon jetzt auf die anstehende Anhörungsphase vor und freut sich über Eure engagierte Mitarbeit! Unser Engagement ist nach wie vor gefordert  – unsere Forderungen sind noch lange nicht erfüllt!

Wir warten nun gespannt und erwartungsvoll auf den zeitnah angekündigten Referentenentwurf für das neue Niedersächsische Kitagesetz.

Die Initiatorinnen und Initiatoren der Kita-Volksinitiative und das Bündnis für Kinder und Familien in Niedersachsen e.V.

PRESSEMITTEILUNG Kita-Volksinitiative: „Nicht wegducken, sondern anpacken!“

Zum Papier >Gesamtstaatliche Bildungsstrategie<

„Wir begrüßen ausdrücklich das von Stephan Weil unterstützte Papier zur >Gesamtstaatlichen Bildungsstrategie<“, erklärt Werner Massow, Mit-Initiator der Kita-Volksinitiative Niedersachsen, „letztlich ist es nur konsequent, wenn unsere Forderungen nach mehr Personal und kleineren Gruppen in einen größeren Gesamtzusammenhang gestellt werden.“ Im Papier >Gesamtstaatliche Bildungsstrategie< werden >hochwertige frühkindliche Bildungs- und Betreuungsangebote mit genug professionellem Personal, günstigen Gruppengrößen und Altersstrukturen< eingefordert. „Diese Forderung ist, wenn man sie an konkreten Beispielen zu Ende denkt, deckungsgleich mit den Forderungen unserer Kita-Volksinitiative“, merkt Massow an.

Die Kita-Volksinitiative war mit weit über 100.000 gültigen Unterschriften (erforderlich: 70.000) im September 2013 erfolgreich abgeschlossen worden. „Seither hat sich einiges in Niedersachsen bewegt“, stellt Massow fest, „ab 2015 gilt ein Stufenplan zur Einführung der dritten Kraft in Krippen – das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Der Stufenplan des niedersächsischen Kultusministeriums sieht vor, ab 2015 eine Teilzeitkraft von 20 Stunden als dritte Kraft in Krippen zu finanzieren. Im Laufe der Folgejahre steigt dieses Stundenkontingent stetig an bis zu einer Vollzeitstelle.

Massow: „Klar ist aber auch, dass das nicht das Ende einer groß angelegten Verbesserung der Qualität der frühkindlichen Bildung sein kann. Weitere Schritte müssen folgen, denn der qualitative Ausbau der Tageseinrichtungen für Kinder über 3 Jahre ist ebenfalls Teil der Forderungen der Volksinitiative. Dass hierfür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen, haben wir immer als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen und nicht allein als Aufgabe der niedersächsischen Landesregierung. Auch deshalb begrüßen wir die >Gesamtstaatliche Bildungsstrategie<, die auch den Bund in die Pflicht nimmt. Nicht wegducken, sondern anpacken, muss die Devise sein.“

Unsere Stellungnahme zum Haushaltsbegleitgesetz 2015

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Schriftliche Stellungnahme anlässlich der parlamentarischen Beratung des Gesetzentwurfs zur Änderung des Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder (Artikel 11 des Gesetzentwurf Haushaltsbegleitgesetz 2015 in der Drucksache 17/ 1982)


Hannover, 18.11.2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne nehmen wir als Bündnis für Kinder und Familien in Niedersachsen e.V. / als Kita-Volksinitiative Stellung zum oben genannten Gesetzentwurf und bedanken uns für die Möglichkeit zur schriftlichen Anhörung.
Wir begrüßen ausdrücklich die Bestrebungen der niedersächsischen Landesregierung, den Personalschlüssel in Krippengruppen stufenweise zu verbessern. Die schrittweise Einführung einer verbindlichen 3. Kraft für die Betreuung der unter 3-jährigen Kinder ist ein wichtiges politisches Signal und ein dringend notwendiger erster Schritt hin zu einer qualitativen Verbesserung der frühen Bildung, Erziehung und Betreuung in Niedersachsen.
Wir freuen uns, dass die Landesregierung mit ihrem Gesetzentwurf auf die Forderungen der Kita-Volksinitiative reagiert hat. Zugleich möchten wir betonen, dass die Forderungen der Volksinitiative weit über die im vorliegenden Gesetzentwurf formulierten Änderungen hinausgehen. Spätestens mit der anstehenden Novellierung des Niedersächsischen Kindertagesstättengesetzes muss auch die Fachkraft-Kind-Relation in den Kindergarten- und Hortgruppen verbessert werden. Unbedingt empfehlenswert ist zudem eine Verkleinerung der Gruppengrößen in Krippen und Kindergärten.
Die Kita-Volksinitiative fordert:

Für Krippen:
1 ErzieherIn für 3 Kinder im Alter von 0 – 1 ½ Jahren
1 ErzieherIn für 4 Kinder im Alter von 1 ½ – 3 Jahren

Für Kindergärten/Horte:
1 ErzieherIn für 7 – 8 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren
1 ErzieherIn für 7 – 8 Kinder im Grundschulalter

Der vorliegende Gesetzentwurf stellt u.E. einen begrüßenswerten Anfang dar – weitere Qualitätsverbesserungen müssen nun folgen. Aus diesem Grund müssen spätestens jetzt die strukturellen Voraussetzungen geschaffen werden, um die geforderten Verbesserungen in naher Zukunft umsetzen zu können. Bereits heute wird es für die Einrichtungen schwierig sein, zu den erforderlichen Stichtagen geeignete Drittkräfte (Sozialassistenten und Sozialassistentinnen) zu finden, die bereit sind, unter den gegebenen Bedingungen (zunächst nur 20 Stunden etc.) zu arbeiten. Auch befürchten wir aufgrund der Kurzfristigkeit der neuen gesetzlichen Regelung, dass bei den Trägern, die bis zum 1.1.2015 noch keine neue Fachkraft einstellen können, sich die Beschäftigung der Drittkraft aufgrund der Stichtagsregelung auf das nächste KiGa-Jahr 2015/16 verschiebt. Da die Finanzhilfe für die dritte Kraft erst ab dem 01.01.2015 gezahlt wird, ist es erforderlich, dass die betreffenden Einrichtungen zum Stichtag 01.01.2015 einen entsprechenden Änderungsantrag stellen. Voraussetzung dafür ist, dass der reguläre Antrag auf Finanzhilfe zum Stichtag 01.10.2014 vorab von Ihnen freigeschaltet und von der Nds. Landesschulbehörde bewilligt worden ist. Hier sollten Übergangsregelungen für die Gewährung der Landesfinanzhilfe geschaffen werden. Mittelfristig ist es darüber hinaus notwendig, die Landesfinanzhilfe entsprechend der tatsächlichen Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte zu gewähren.
Es gehört zur Aufgabe der Landesregierung, dem Fachkräftemangel durch den Ausbau bestehender Aus- und Weiterbildungswege sowie durch die Entwicklung neuer Berufszugänge frühzeitig entgegenzuwirken. Dies ist lange Zeit versäumt worden. Neben dem Ausbau der Ausbildungskapazitäten sollte dabei vor allem die Förderung qualifizierter Quer- und Wiedereinstiege in den Beruf der Erzieherin/des Erziehers stärker in den Fokus rücken. Insbesondere die teilweise bereits als Drittkraft tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit anderen Qualifikationen (Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger etc.) sollten gute Möglichkeiten erhalten, sich berufsbegleitend weiterzubilden. Um den beruflichen Verbleib dieser Kolleginnen und Kollegen zu sichern und sie als bewährte Kräfte in den Einrichtungen halten zu können, sollte in einer Übergangszeit auch für diese Stellen die Landesfinanzhilfe gewährt werden.
Wir bedauern es zudem, dass die Kinder unter drei Jahren, die in altersübergreifenden Gruppen betreut werden sowie die Kinder, die Gruppen mit weniger als elf Kindern besuchen (z.B. integrative Krippengruppen) nicht von den im vorliegenden Gesetzentwurf formulierten Änderungen profitieren werden, weil diese Betreuungsformen von der neuen Drittkraft-Regelung ausgenommen sind.
Natürlich freuen wir uns, auch weiterhin am Dialog über die Verbesserung der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung in Niedersachsen beteiligt zu sein. Bei Rückfragen können Sie sich gerne an das Bündnis für Kinder und Familien in Niedersachsen e.V. oder an das Kampagnenbüro der Kita-Volksinitiative wenden.

PRESSEMITTEILUNG Kita-Volksinitiative: „Qualität benötigt Qualifikation!“

Angesichts der konkreten Umsetzungspläne des niedersächsischen Kultusministeriums zur dritten Kraft in den Krippen lobt die Kita-Volksinitiative die Pläne der Landesregierung.

Werner Massow von der Kita-Volksinitiative

„Wir freuen uns darüber, dass nun konkrete Pläne auf dem Tisch liegen, wie die dritte Kraft in den Krippen in Niedersachsen umgesetzt werden soll“, erklärt Werner Massow von der Kirchengewerkschaft Niedersachsen und Initiator der Kita-Volksinitiative, „damit werden entscheidende Weichen hin zu einer Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation und damit zur Qualitätsverbesserung in der frühkindlichen Bildung gestellt.“ Der Stufenplan von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) sieht vor, dass 2015 die dritte Kraft zunächst mit 20 Stunden durch das Land Niedersachsen zu 100 % finanziert wird und im Anschluss die Stunden von Jahr zu Jahr erhöht werden. „Entscheidend ist für uns besonders, dass der Begriff dritte Kraft bedeutet, dass fortan in den niedersächsischen Krippen drei Fachkräfte beschäftigt werden, denn Qualität benötigt Qualifikation.“

Eine Reihe von Kommunen in Niedersachsen hatte in den letzten Jahren bereits aus eigenen finanziellen Ressourcen eine dritte Kraft in Krippen finanziert. „Von diesen Kommunen, die fortschrittlich vorangegangen sind, erwarten wir, dass deren Mittel, die sie für die dritte Kraft aufgewendet haben und die jetzt durch das Land Niedersachsen übernommen werden, auch zukünftig in den Kita-Bereich fließen“, führt Massow aus, „letzten Endes ist dieser Schritt der Landesregierung ein großartiger und sehr wichtiger, aber er kann und darf nicht das Ende der Qualitätsverbesserungen im frühkindlichen Bereich sein. Im Gegenteil: Er muss aus Sicht der Kita-Volksinitiative den Beginn der Verbesserungen markieren. Die frühkindliche Bildung ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, derer sich alle politischen Ebenen annehmen müssen.“

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Weiterführende Informationen:

Stufenplan des Kultusministeriums zur dritten Krippenkraft

Pressemitteilung der Kultusministerin zum Stufenplan

Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion zum Stufenplan

Viel erreicht, viel zu tun.

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Kita-Volksinitiative,

wir möchten die Gelegenheit nutzen, Euch kurz vor den Sommerferien noch einmal recht herzlich zu danken für Euer stetiges Engagement.

In jüngster Zeit sind wir besonders dankbar, dass viele von Euch sich an unseren Aktionen „Teilnahme und Präsenz bei Landtagssitzungen“ und „Brief an den Ministerpräsidenten“ beteiligt haben. All das hat nachhaltig Eindruck hinterlassen und mit dazu beigetragen, dass wir nun einen ersten Erfolg vermelden können: Wir haben als Reaktion auf unsere Aktionen ein Schreiben des Ministerpräsidenten erhalten, in dem er deutlich macht, dass die Landesregierung plant, aus den frei werdenden Landesmitteln des BaföG, die künftig vom Bund bezahlt werden, niedersachsenweit die dritte Kraft in Krippen zu finanzieren. Das ist unser gemeinsamer Erfolg und darauf können wir stolz sein.

Dem vorangegangen waren jedoch schon im letzten Jahr das Durchhaltevermögen und der Fleiß beim Sammeln von Unterschriften, die zum Erfolg der Volksinitiative geführt haben. Auch dafür möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich bedanken – besonders vor dem Hintergrund, dass bei 70.000 benötigten Unterschriften weit über 100.000 gültige Unterschriften bis zum 7. September 2013 eingegangen sind. Auch das ist unser gemeinsamer Erfolg.

Die Steuerungsgruppe ist nach dem Erfolg der Volksinitiative in einen intensiven Dialog mit der Landespolitik getreten. Wir wurden im Kultusausschuss des Landtages angehört, hatten Gespräche mit Abgeordneten abseits der Landtagssitzungen und haben durch Kampagnen und Pressearbeit das Thema in der Öffentlichkeit gehalten, um weiter Druck auszuüben. Die Kampagnenfähigkeit ist für unser Anliegen von zentraler Bedeutung gewesen und sie bleibt nach wie vor sehr wichtig.

Viel erreicht, viel zu tun. Wir sind froh darüber, dass sich endlich etwas in unserem Sinne verbessern wird, aber bis zu einer Umsetzung aller unserer Forderungen ist es noch ein weiter Weg – das ist uns bewusst. Wir möchten Euch darum herzlich einladen, auch nach der Sommerpause an unserer Seite für weitere Verbesserungen in den niedersächsischen Kindertagesstätten zu streiten. Wir werden auch in Zukunft Kampagnen und Veranstaltungen durchführen und freuen uns sehr, wenn Ihr wieder dabei seid.

Wir wünschen Euch allen einen schönen Sommer und verbleiben mit herzlichen Grüßen,

Eure Steuerungsgruppe der Kita-Volksinitiative

PRESSEMITTEILUNG – Kita-Volksinitiative: „Bundesministerin Wanka sollte dritte Kraft in Niedersachsen begrüßen!“

Landtag

Den jüngsten Berichten zufolge kritisiert die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka (CDU), den niedersächsischen Weg, die frei werdenden Mittel aus dem BaföG in die dritte Kraft für Krippen zu investieren. Die Kita-Volksinitiative hat dafür kein Verständnis.

„Frau Wanka war selbst einst Landesministerin in Niedersachsen und sollte eigentlich wissen, wie es hier vor Ort um den frühkindlichen Bereich steht. Nach dem quantitativen Ausbau muss nun dringend in die Qualität investiert werden“, betont Werner Massow von der Kirchengewerkschaft Niedersachsen, Initiator der Kita-Volksinitiative, „in Niedersachsen haben sowohl Regierungs-, wie auch Oppositionsfraktionen erklärt, dass ihnen die Umsetzung der dritten Kraft wichtig ist und jetzt kommt die Bundesbildungsministerin und versucht, diesen wichtigen Schritt zu verhindern. Das werden wir so nicht hinnehmen.“

„Wir unterstützen nach wie vor ausdrücklich den Weg der niedersächsischen Landesregierung, die frei werdenden BaföG-Mittel in die dritte Krippenkraft zu investieren. Das hat aus unserer Sicht auch nichts mit Zweckentfremdung zu tun – im Gegenteil: Bildung fängt nicht erst in der Schule oder Hochschule an, sondern sehr viel früher. Von guten Voraussetzungen in den Krippen und Kitas profitieren später letztlich auch die Schulen und Hochschulen“, ergänzt Kita-Leiter Thomas Müller, ebenfalls Initiator der Kita-Volksinitiative, „diese Realität sollte auch Frau Wanka zur Kenntnis nehmen und dementsprechend ihre Position überdenken.“

Massow und Müller sind sich einig: „Die Umsetzung der dritten Kraft mit dem von SPD und Grünen vorgeschlagenen Schlüssel 1 zu 5 in den Krippen ist ein großer und wichtiger Schritt für Niedersachsen. Wir erwarten, dass nicht nur SPD und Grüne als Regierungsfraktionen, sondern auch die CDU als stärkste Oppositionsfraktion ihrer früheren Ministerin deutlich macht, dass sie mit ihrer Position der frühkindlichen Bildung in Niedersachsen schadet. Wir fordern Frau Wanka auf, den niedersächsischen Weg zu unterstützen.“

 

PRESSEMITTEILUNG: Kita-Volksinitiative fordert ganzheitlichen Bildungsbegriff

NDS Landtag

Die Zusage der niedersächsischen Landesregierung, die frei werdenden Mittel aus dem BaföG in die Qualität der frühkindlichen Bildung zu investieren, wird aktuell von einigen niedersächsischen Hochschulen beklagt. Der Ministerpräsident hatte den Vertreterinnen und Vertretern der Kita-Volksinitiative zuvor schriftlich zugesagt, dass die Mittel in den dringend zu verbessernden Personalschlüssel in Krippen verwendet werden sollen.

„Wir haben keinerlei Verständnis für diese unsolidarische Haltung der Hochschulen“, erklärt Thomas Müller, Kita-Leiter aus Hannover und Initiator der Kita-Volksinitiative, „Bildung muss ganzheitlich gedacht werden und sie fängt im frühkindlichen Bereich an – das sollten auch die Hochschulpräsidenten wissen. Krippen und Kitas sind die Basis für alles, was später im Bildungssystem auf die Kinder zukommt. Darum freuen wir uns über die schriftliche Zusage des Ministerpräsidenten, die frei werdenden Mittel in die dritte Kraft für Krippen zu investieren.“ Die Hochschulen hatten in diesem Jahr bereits die Zusage bekommen, dass von den 6 Milliarden Euro Investitionen in Bildung durch den Bund allein 5 Milliarden für Schulen und Hochschulen zu Verfügung ständen. Zudem bekommen die Hochschulen bereits ihre Mittel aus früheren Studiengebühren zu 100 % vom Land Niedersachsen erstattet. „Gerade vor diesem Hintergrund finde ich die Beschwerde der Hochschulen fragwürdig“, so Müller weiter.

Die Kita-Volksinitiative hatte im September 2013 weit über 100.000 gültige Unterschriften (70.000 waren benötigt) bei der Landeswahlleiterin eingereicht und war fortan in den Dialog mit der Landespolitik gegangen. „Wir benötigen diese Verbesserung im Personalschlüssel dringend“, beschreibt Thomas Müller das Ergebnis der Volksinitiative, „und wir sind froh, dass diese Botschaft in der Landespolitik angekommen ist und nun eine konkrete Maßnahme ansteht. Den Hochschulen empfehle ich, mal einen Blick über den Tellerrand zu wagen und zu schauen, wie es in der frühkindlichen Bildung aussieht. Wir erwarten die Umsetzung der Ankündigung des Ministerpräsidenten.“

PRESSEMITTEILUNG: „Wichtiger Teil der Kita-Volksinitiative wird umgesetzt!“

Landtag Internet

„Wir begrüßen die Zusage des Ministerpräsidenten und der SPD-Landtagsfraktion, die dritte Kraft in Krippen 2015 bereits einzuführen, ausdrücklich“, betont Thea Heusler, Initiatorin der Kita-Volksinitiative, „damit wird ein wichtiger Teil der Forderungen der Kita-Volksinitiative umgesetzt.“ Ministerpräsident Stephan Weil hatte zugesagt, mit den frei werdenden Mitteln des Landes für das BaföG, die zukünftig vom Bund bezahlt werden, die dritte Kraft in Krippen zu finanzieren. „Die SPD-geführte Landesregierung geht damit auch auf unseren entgegenkommenden Vorschlag ein, die Forderungen unserer Volksinitiative stufenweise umzusetzen“, bemerkt Heusler.

„Die zum Teil zähen und sich im Kreis drehenden Debatten der letzten Monate haben damit doch noch zu einem sehr erfreulichen Ergebnis geführt“, ergänzt Werner Massow von der Kirchengewerkschaft Niedersachsen, ebenfalls Initiator der Kita-Volksinitiative, „das ist besonders dem Durchhaltevermögen der vielen Erzieherinnen, Erzieher und Eltern zu verdanken, die zu jeder Sitzung der Landtagsgremien zahlreich erschienen sind. Da die Landesmittel aus dem BaföG dauerhaft zur Verfügung stehen, ist die Finanzierung der dritten Krippenkraft nachhaltig gesichert – darüber freuen wir uns besonders. Wir möchten aber auch an die stufenweise Verkleinerung der Kita-Gruppen erinnern.“

Heusler und Massow sind sich einig: „Wenn die Landesregierung diese Ankündigung umsetzt, wird ein gutes Stück der Forderungen der Kita-Volksinitiative Wirklichkeit und ein zentrales Wahlversprechen von SPD und Grünen zur Landtagswahl zum Teil eingelöst. Wir freuen uns auf den weiteren Dialog zur Überarbeitung des niedersächsischen Kitagesetzes, damit auch die weiteren Forderungen der Volksinitiative in einen Stufenplan eingehen können.“